Alles Gute zum Geburtstag, liebe Blutsschwester

Liebe Britta,

birthday-2674863_640normalerweise erhält ja das Geburtstagskind die Geschenke, aber in unserem Fall habe ich das schönste Geschenk zu deinem Geburtstag bekommen: das perfekte Blutbild, das ich am Donnerstag hier veröffentlicht habe, ist ja eigentlich deins. Alle dort gezählten Zellarten wurden von deinen Stammzellen produziert, die seit Sommer 2013 für mein neues Immunsystem arbeiten. Du hast mir mit deiner Spende meinen 2. Geburtstag beschert!

PS

Blutsschwester/Blutsbruder klingt vielleicht etwas nach Winnetou-Romantik. Da Britta und ich uns jedoch 2 Jahre lang nur umständlich anonym schreiben durften, haben wir uns mangels Vornamen so genannt. Es ist ja auch durchaus passend, da wir wesentlich mehr gemeinsam haben als Winnetou und Old Shatterhand, die nur ein paar Tropfen Blut getauscht haben. Wir dagegen haben ein genetisch identisches Blut in all seinen Bestandteilen.

Urlaub zu Hause und in der Heimat

Ich habe jetzt 2 Wochen ganz entspannten Urlaub hinter mir.

Eine Woche war ich zu Hause, und habe mit meiner Schwester Tourist in der eigenen Stadt gespielt. Schön, wenn man im Urlaub nicht vorher das öffentliche Verkehrssystem einer fremden Stadt erkunden muss und Reiseführer durchstöbern muss, um ein Besichtigungsprogramm zusammenzustellen. Wenn dann noch ein paar gute Essen in netten Lokalen dazukommen, ist der Urlaub perfekt.

In der zweiten Woche habe ich wieder meinen mehr oder weniger regelmäßigen Heimaturlaub absolviert. Höhepunkte waren zu Beginn ein Konzert in der Philharmonie (12 Cellisten der Berliner Philharmoniker) und zum Schluss das trotz allen bangen Blicken auf die Vorhersagen der verschiedensten Wetter-Apps durchgezogene Grillfest für die ganze Verwandtschaft mit 39 Teilnehmern, darunter meine liebe Blutsschwester (=Stammzellenspenderin) mit ihrem Freund. Das Wetter hat leider den Vorhersagen entsprochen: es gab von allem etwas, sowohl Sonne als auch heftige Regenschauer.

Schatten

(ein Selfie ohne Selfie-Stick)

Retter nicht erreichbar

Unter diesem Titel ist heute ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Da ich nicht weiß, wie lange der Artikel unter diesem Link verfügbar sein wird, hier eine kleine Zusammenfassung:

Ein fünfjähriger Leukämie-Patient braucht eine Stammzellenspende. Der Abgleich mit der Datenbank des zentralen Spenderregisters ZKRD ergibt zwar eine Vorauswahl von 3 Spenderkandidaten, die aber alle nicht auf die Anfragen antworten. Ob einer von diesen drei nach der weiteren Typisierung und den medizinischen Untersuchungen tatsächlich als Spender in Frage gekommen wäre, weiß man nicht. Für die Familie ist das natürlich eine große Enttäuschung. Jetzt spendet die Mutter, die allerdings nur „dritte Wahl“ ist.

Der Artikel zeigt wieder einmal, dass es trotz der Größe des zentralen Spenderregisters nicht selbstverständlich ist, dass sich ein passender Spender findet und auch zur Spende bereiterklärt.

Deshalb hier wieder einmal von mir ganz liebe Grüße und herzlichen Dank an meine Blutsschwester, und an alle anderen Gesunden die Bitte, sich registrieren zu lassen (in Deutschland: DKMS, in Bayern auch AKB, in der Schweiz: SFK,in Luxemburg: Association Don de Moelle) und gegebenenfalls auch zur Spende bereit zu sein.

Ich kann’s nicht oft genug schreiben …

Treffen mit meiner Blutsschwester

Auf den Spaziergang im Nebel folgte gestern ein Spaziergang im Nieselregen durch Karlsruhe, allerdings mit einer besonderen Begleitung. Ich habe nämlich gestern erstmals meine Blutsschwester und ihren Freund besucht und wir haben zusammen einen sehr netten Nachmittag verbracht, den uns auch der Regen nicht vermiesen konnte.

Hier das leider etwas verschwommene Beweisfoto – muss wohl am Fotografen liegen 😉  :

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Ein „Gastbeitrag“ meiner Blutsschwester

Da Kommentare im Blog leicht übersehen werden, möchte ich auf diese Weise den mir sehr lieben Kommentar von heute früh hervorheben. Ich denke, er ist für alle, die hier mitlesen, interessant und für alle, die bisher noch nicht mitgelesen haben, ein Ansporn, darüber nachzudenken. selber zum Stammzellenspender zu werden.

Ich habe mich leider bisher nur ansatzweise durch deine ganze Geschichte lesen können. Ich konnte mir ja seit der Anfrage zur Spende nur versuchen vorzustellen, was du durchmachen musst. Es freut mich unbeschreiblich, dass sich unser Blut weiterhin so gut benimmt!

Kurz zu mir: Mein Name ist Britta und ich bin 25 Jahre. Mein Zuhause ist in Karlsruhe, meine Heimat ist jedoch Ellwangen an der Jagst, also gar nicht so weit von München entfernt. Ich habe mich im Dezember 2012 typisieren lassen und habe bereits im Juli 2013 meine Stammzellen an dich weitergeben dürfen. Die Spende war ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Zweifel hatte ich hierbei nie!

Als mich deine Nachricht gestern erreicht hatte, war meine zu diesem Zeitpunkt noch total schlechte Laune gleich wie weggeblasen. Danke dafür! Mein Briefkasten hatte deine Daten leider noch nicht ausgespuckt. Ich bin im Moment immer noch total überwältigt, was wohl die jetzige Uhrzeit von 7:00 Uhr morgens erklären dürfte.

Ich freue mich schon auf unser erstes Telefonat, unser erstes Treffen und darüber, dass ich jetzt einen Blutsbruder habe!

Meine Spenderin

Heute ist der lang ersehnte Brief mit den Kontaktdaten meiner Spenderin gekommen. Ohne ihr Einverständnis verrate ich Euch hier nichts über sie, mehr als Namen, Adresse, Telefon und Mail weiß ich auch noch nicht. Jetzt können wir erst mal den Kontakt auf normalem Weg ohne „Zensoren“ genießen (s. https://isv20.wordpress.com/2014/11/21/stille-post-filmtipp/, https://isv20.wordpress.com/2014/11/27/stille-post-2/, https://isv20.wordpress.com/2015/06/14/post-trotz-poststreik/). Ich werde dann bei Gelegenheit berichten …

Besuch bei Napoléon

Am Sonntag habe ich die Bayerische Landesausstellung ‚Napoléon in Bayern‘ im Armeemuseum in Ingolstadt besucht. Da ich schneller fertig war als gedacht (obwohl die Ausstellung schon sehr interessant war) habe ich das gute Wetter noch für den Festungsrundweg genutzt, der um die ganze Ingolstädter Altstadt herumführt. Unterwegs gab es jede Menge gut erhaltener Festungsgebäude (meist aus der Mitte des 19. Jahrhunderts) zu bestaunen.

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Leider warte ich immer noch auf die Daten meiner Spenderin. Im Krankenhaus hat man mir aber versichert, dass eine Wartezeit von einem Monat nach dem 2. Jahrestag nicht ungewöhnlich sei. Allerdings würde ich auch nicht erfahren, wenn meine Spenderin es sich doch anders überlegen sollte und lieber anonym bleiben wollte – was ich mir angesichts unseres bisherigen Briefwechsels kaum vorstellen kann.

2. Geburtstag

P1000598Heute feiere ich meinen 2. Geburtstag, d.h. vor genau 2 Jahren habe ich die Stammzellen von meiner Spenderin erhalten. Damit läuft jetzt auch die Frist zur Geheimhaltung unserer jeweiligen Adressen aus und ich kann jeden Tag damit rechnen, Post mit den Daten meiner Spenderin zu erhalten.

Die Spannung und Vorfreude steigt …

Post trotz Poststreik

Wie ich schon mal berichtet habe, läuft der Briefwechsel mit meiner Spenderin derzeit noch etwas umständlich (hier nochmal die Gründe dafür).

Um nicht noch weitere Verzögerungen durch den Poststreik zu riskieren, war die zuständige Dame im Krankenhaus so nett, mir per Mail mitzuteilen, dass ein neuer Brief von meiner Spenderin angekommen ist. Ich konnte ihn dann persönlich abholen.

Wie ich dem Brief entnehmen kann, sind wir beide gleichermaßen gespannt auf ein näheres Kennenlernen, das nach der zweijährigen Sperrfrist möglich sein wird. Das Formular zur Weitergabe meiner Daten an die Spenderin habe ich schon erhalten.

Stille Post 2

Tanja (einen schönen Gruß an Dich, unser „Bayerntreffen“ habe ich noch in guter Erinnerung!) hat in ihrem Kommentar zu meinem letzten Beitrag gefragt, warum der nicht-anonyme Kontakt zwischen Spenderin und Empfänger erst nach 2 Jahren erfolgen darf. Ich hatte mir die Frage zwar auch schon oft gestellt, jedoch nie nachgeforscht, ob es eine Begründung der DKMS dafür gibt.

Ein einfacher Google-Aufruf hat eine Broschüre der DKMS zu diesem Thema gefunden, wo diese Frage sehr schön beantwortet wird, ergänzt durch Beispiele von sehr positiven verlaufenen Kontakten, rührenden Begegnungen, überraschenden Gemeinsamkeiten – aber auch Begründungen, warum ein Kontakt manchmal von der einen oder anderen Seite nicht erwünscht wird.

Nach jetzigem Stand unserer Korrespondenz besteht jedenfalls bei meiner Spenderin und mir der Wunsch, uns nach Ablauf der Frist auch wirklich kennenzulernen und nicht nur anonyme Briefe auszutauschen. Ich freue mich jedenfalls schon darauf!