110+ Jahre

Zur Erklärung der Anspielung auf die 110+ Jahre im Kommentar meiner Blutsschwester zum vorherigen Beitrag:

Ich habe heute Abend zufällig auf 3sat die Sendung „Uralt und Blut-jung“  von Ingolf Baur gesehen, in der u.a. ein kalifornischer Forscher seine Ergebnisse zum Altern bei Mäusen vorgestellt hat. Demnach werden alte Mäuse wieder jünger, wenn man ihnen Bluttransfusionen von jungen Mäusen verabreicht. Die Forscher sind sogar soweit gegangen, den Blutkreislauf einer alten und einer jungen Maus miteinander zu koppeln (s. auch Artikel dazu auf der oben verlinkten Seite).

Da mein Blut nicht nur mit jüngerem Blut vermischt worden ist, sondern sogar komplett durch das jüngere Blut meiner Blutsschwester ersetzt worden ist und auch weiterhin von den jungen Stammzellen produziert wird, hätte ich nach dieser Theorie also gute Chancen, 110 Jahre alt zu werden und mich dabei wie ein 80-jähriger zu fühlen.

Ich habe den Autor des Films angeschrieben und bin gespannt auf seine Reaktion.

mausGeorge Shuklin, CC BY-SA 1.0

 

Letzte Nachsorge

Ganz überraschend habe ich heute beim Nachsorgetermin erfahren, dass dies 5 Jahre nach der Stammzellentransplantation meine letzte Nachsorge war. Es ist nun lediglich noch ein letztes Abschluss-CT im September geplant, um ganz sicher zu gehen, dass jetzt alles sauber ist.

Zum Abschied gab es noch ein schönes Blutbild und auch sonst perfekte Ergebnisse. Natürlich danke ich dafür auch meiner lieben Blutsschwester, deren Stammzellen alle diese Blutbestandteile für mich produzieren.

Beruflicher Aufstieg

Gestern sind wir von der 7. in die 17. Etage umgezogen und ich genieße jetzt einen wunderbaren Ausblick über München bis zur Alpenkette – wenn die Luft mal klarer wird, da muss ich wohl den nächsten Föhn abwarten. Im herangezoomten Bild ist in der Mitte die Frauenkirche zu sehen, die von meinem bisherigen Arbeitsplatz durch das hässliche graue Gebäude davor verdeckt wurde. Rechts daneben ist der hohe Kamin des Heizkraftwerks Süd zu bewundern.

Leider ist der Aufstieg nur provisorisch. Sobald die unteren Etagen fertig umgebaut sind, ist es vorbei mit dem Panoramablick. Dann steigen wir ab in die 3. Etage und sehen nur noch den Mittleren Ring und die Auffahrt zur A9.

2018-05-17 14.00.36muenchen

Nichts zu berichten

Gar nichts erlebt. Auch schön.

Wolfgang Amadeus Mozart, Tagebucheintrag vom 13. 7. 1770

So geht’s mir auch manchmal, speziell wenn ich darauf angesprochen werde, dass ich schon lange nichts mehr in meinem Blog berichtet habe. Ich betrachte das jedoch wie mein Blogautor-Kollege W.A.M. als positiv, vor allem im Vergleich zu dem, was ich vor rund 5 Jahren hier alles zu berichten hatte.

Planet Wissen

In der aktuellen Ausgabe von Planet Wissen geht es u.a. um die neue Immuntherapie gegen Krebs. Expertin in der Sendung ist Frau Prof. Dr. Krackhardt vom Klinikum rechts der Isar, die mich von Januar bis März 2012 am Anfang meiner Hodgkin-Karriere in der Diagnose- und Voruntersuchungsphase bis zur Therapiefestlegung betreut hat. Beruhigend zu wissen, dass es immer neue Therapiemöglichkeiten gibt – vor allem wenn man wie ich schon alle „konventionellen“ Therapien durchprobiert hat.

Die Sendetermine sind je nach Sender unterschiedlich (z.B. ARD Alpha heute 21:45 Uhr), die Sendung ist auch online zu sehen (s. Link oben).

Bestandsaufnahme

Susan ist meinem Aufruf im letzten Beitrag gefolgt, und hat auf meiner Vorgeschichte-Seite in einem Kommentar angefragt, wie es mir aktuell geht.

Nun, gestern wäre die Antwort vielleicht leicht anders ausgefallen. Da habe ich mir nämlich gerade gedacht, wie gut es mir doch geht, und dass endlich die lange Erkältungszeit, die fast einen Monat anhielt, vorbei war. Nach einer ziemlich unruhigen Nacht bin ich aber heute mit Magenschmerzen aufgewacht, so dass ich sogar beim Frühstück den Krapfen, den ich mir gestern extra geholt hatte, nicht runterbrachte. Früher hatte ich eigentlich nie Magenprobleme, nach einer Magen-Darm-Grippe im letzten Sommer ist das jetzt jedoch schon das zweite Mal, dass es mich erwischt. Nach einem Tag mit Tee und wenig Essen hoffe ich, dass die kommende Nacht wieder Erholung bringt.

Im Allgemeinen muss ich aber trotzdem sagen, dass es mir besser geht als vor 4-5 Jahren zu erwarten war. Ich erwische halt immer noch häufiger als sonst Erkältungen oder andere Infektionen, und wenn sie schon mal da sind, dauern sie in der Regel auch etwas länger an als bei anderen. Das Immunsystem scheint immer noch im Übungsmodus zu sein und hat noch nicht alles kennen- und beherrschen gelernt, was da so an Krankheitserregern herumschwirrt.

Fleißige Leser – noch Fragen?

Von WordPress erhalte ich täglich die aktuellen Zugriffs- und Besucherzahlen (außer dem Land sehe ich aber keine weiteren Informationen zu den Besuchern). Normalerweise bewegen die Zugriffszahlen sich um die 10, an manchen Tagen gibt es aber auch einen großen Ausschlag nach oben mit 100-200 Zugriffen. Deshalb mein Aufruf an diese besonders fleißigen Leser:

Offensichtlich habt ihr ja ein besonderes Interesse an dem Thema, sei es, dass ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, der betroffen ist. Scheut euch nicht, Kontakt mit mir aufzunehmen (Mail: isv20@web.de). Ich beantworte gerne alle eure Fragen und freue mich auch über eure Kommentare.

Tolles Faschingskonzert

Das Faschingskonzert der Münchner Theatergemeinde wurde dieses Jahr von der Wiener Gruppe Mnozil Brass dargeboten, Programmname „Cirque“. Es sind 7 unwahrscheinlich gute Musiker, die Standardbesetzung besteht aus 3 Trompeten, 3 Posaunen und einer Tuba, es kommt auch eine Basstrompete zum Einsatz und viele andere Instrumente. Die 7 machen nicht nur tolle Musik von Klassik bis Jazz, sie sind auch noch hervorragende Tänzer, Schauspieler, Zauberer, Akrobaten und Sänger – und vor allem: sie sind sehr witzig!

Ein kleiner spontaner Gag: neben mir in der 2. Reihe waren noch 2 Plätze frei, bis ca 10 Minuten nach Beginn ein Paar von der falschen Seite kam und so mehr als die Hälfte der Reihe zum Aufstehen nötigte. Ein paar Minuten später, während die anderen weiterspielten, stand einer der Musiker auf, ging langsam zur 2. Reihe und ebenfalls durch die Reihe durch – um die verdutzten Zuspätkommer per Handschlag zu begrüßen! (Nach der Pause waren sie pünktlich an ihrem Platz.)

Ein akrobatisches Kunststück: einer zieht gleichzeitig mit den Füßen die Züge von 2 Posaunen, spielt mit den Händen auf 2 Trompeten und wird dabei auch noch von den blasenden Kollegen getragen (s. Foto)!

Ein anderes Beispiel: ein Musiker spielt ein Duo mit sich selbst, mit Trompete in der einen Hand und Flügelhorn in der anderen. Erst abwechselnd, dann gleichzeitig.

Wer Lust auf mehr hat: auf Youtube gibt es jede Menge Aufnahmen, aber besser noch live anschauen, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Ich kann’s nur empfehlen!

mnozil

Bestrahlungsnachsorge

strahlenNach den ersten Chemotherapien und der Eigen-Stammzellentransplantation im Herbst 2012 wurden die geplanten Bestrahlungen abgesagt, da es hieß, die Hochdosis-Chemotherapie hätte alle befallenen Stellen so gut beseitigt, dass es gar nichts zu bestrahlen gäbe. Wenige Monate später, im Frühling 2013, wurde dann doch ein Rezidiv festgestellt, und als erste Maßnahme wurden die Bestrahlungen im Bauchraum nachgeholt. Von allen Therapiemaßnahmen fand ich die Bestrahlungen am „harmlosesten“. Von Anfang hatte ich keinerlei Beschwerden. Trotzdem gibt es wohl eine gesetzliche Bestimmung, dass nach einer Bestrahlung jährlich ein Nachsorgetermin vom Krankenhaus angeboten werden muss.

Heute war es dann wieder mal so weit. Der Ablauf war der gleiche wie in den Vorjahren: warten, warten, warten, dann aufgerufen vom Arzt, der die nicht vorhandenen Nachwirkungen (vor allem Hautprobleme, Allgemeinzustand, …) abfragt und die üblichen Lymphknoten an Hals, Achselhöhlen und Leiste abtastet, danach wird ein Folgetermin im nächsten Jahr ausgemacht. Immerhin habe ich erreicht, dass nächstes Jahr die Nachsorge telefonisch erfolgen kann.

Aufschlussreicher und wichtiger sind mir die Nachsorgeuntersuchungen in der Hämatologie, die bisher noch im halbjährlichen Takt anstehen. Eventuell werden sie aber nach Ablauf der 5-Jahresfrist auf jährliche Besuche reduziert.

Alle Jahre wieder …

Hurra, ich lebe noch! Und ich habe das amtlich.

Wie wohl jetzt jedes Jahr hat die Luxemburger Rentenversicherung von mir einen „Lebensnachweis“ angefordert, auszustellen vom Bürgermeister oder seinem Stellvertreter. In München tut dies das Kreisverwaltungsreferat, und jeder, der schon da zu tun hatte, weiß, dass das kein Vergnügen ist. Neuerdings kann man aber zumindest in einigen der Bürgerbüros online einen Termin beantragen, und siehe da, es klappt relativ problemlos ohne allzu lange Wartezeiten. Ich musste allerdings dafür quer durch ganz München fahren, aus dem Südosten bis nach Pasing im Westen Münchens.

Immerhin habe ich es jetzt blau auf grau, dass ich noch lebe. Das ist doch schon mal beruhigend, vor allem nach 2 Wochen heftiger Erkältung. Die ist eigentlich noch nicht vollständig ausgestanden, aber ich will jetzt noch 2 Tage lang in der Arbei aufräumen vor dem Weihnachtsurlaub.

All meinen Lesern ein frohes Fest und ein gutes gesundes Jahr 2018!

Lebensnachweis