Urlaub zu Hause und in der Heimat

Ich habe jetzt 2 Wochen ganz entspannten Urlaub hinter mir.

Eine Woche war ich zu Hause, und habe mit meiner Schwester Tourist in der eigenen Stadt gespielt. Schön, wenn man im Urlaub nicht vorher das öffentliche Verkehrssystem einer fremden Stadt erkunden muss und Reiseführer durchstöbern muss, um ein Besichtigungsprogramm zusammenzustellen. Wenn dann noch ein paar gute Essen in netten Lokalen dazukommen, ist der Urlaub perfekt.

In der zweiten Woche habe ich wieder meinen mehr oder weniger regelmäßigen Heimaturlaub absolviert. Höhepunkte waren zu Beginn ein Konzert in der Philharmonie (12 Cellisten der Berliner Philharmoniker) und zum Schluss das trotz allen bangen Blicken auf die Vorhersagen der verschiedensten Wetter-Apps durchgezogene Grillfest für die ganze Verwandtschaft mit 39 Teilnehmern, darunter meine liebe Blutsschwester (=Stammzellenspenderin) mit ihrem Freund. Das Wetter hat leider den Vorhersagen entsprochen: es gab von allem etwas, sowohl Sonne als auch heftige Regenschauer.

Schatten

(ein Selfie ohne Selfie-Stick)

Humor und Krankheit

2016-05-17 09.03.56

Dieser etwas kopflose Herr sitzt neuerdings im Eingangsbereich meiner „Stammapotheke“ und wurde vom Apotheker und seiner Frau selbst gebastelt. Ich fand ihn witzig und habe ihn deshalb in meine kleine Sammlung der Schaufensterbilder aufgenommen.

Leider sind nicht alle Kunden dieser Meinung. Anscheinend haben sich schon einige beschwert, dass man keine Scherze mit Kranken machen soll. Das verstehe ich überhaupt nicht, schließlich erfreut sich der Mann offensichtlich einer blühenden Gesundheit. Ganz sicher leidet er nicht unter Kopfschmerzen, Heuschnupfen, Kurzatmigkeit, Herzflimmern u.v.a.m.

Ich kann mich noch gut an die aufmunternden Besuche der Klinikclowns erinnern, die mich 3 Mal auf der Isolierstation aufgemuntert haben.

Lachen und gute Laune fördern die Gesundheit!

Retter nicht erreichbar

Unter diesem Titel ist heute ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Da ich nicht weiß, wie lange der Artikel unter diesem Link verfügbar sein wird, hier eine kleine Zusammenfassung:

Ein fünfjähriger Leukämie-Patient braucht eine Stammzellenspende. Der Abgleich mit der Datenbank des zentralen Spenderregisters ZKRD ergibt zwar eine Vorauswahl von 3 Spenderkandidaten, die aber alle nicht auf die Anfragen antworten. Ob einer von diesen drei nach der weiteren Typisierung und den medizinischen Untersuchungen tatsächlich als Spender in Frage gekommen wäre, weiß man nicht. Für die Familie ist das natürlich eine große Enttäuschung. Jetzt spendet die Mutter, die allerdings nur „dritte Wahl“ ist.

Der Artikel zeigt wieder einmal, dass es trotz der Größe des zentralen Spenderregisters nicht selbstverständlich ist, dass sich ein passender Spender findet und auch zur Spende bereiterklärt.

Deshalb hier wieder einmal von mir ganz liebe Grüße und herzlichen Dank an meine Blutsschwester, und an alle anderen Gesunden die Bitte, sich registrieren zu lassen (in Deutschland: DKMS, in Bayern auch AKB, in der Schweiz: SFK,in Luxemburg: Association Don de Moelle) und gegebenenfalls auch zur Spende bereit zu sein.

Ich kann’s nicht oft genug schreiben …

Renten im geeinten Europa

Ich hatte versprochen, euch weiterhin über meinen Papierkrieg mit gleich zwei Rentenversicherungen (in Luxemburg und in Deutschland) auf dem Laufenden zu halten (s. Beitrag vom Februar).

Wie ich bereits damals im Folgebeitrag erzählte, wurde das erste Formular zurückgewiesen, weil es unleserlich und nicht vollständig ausgefüllt war.

Heute war es jetzt endlich soweit, dass ich erneut einen Rentenarzt besuchen durfte. Der erste Versuch war noch im Februar durch eine Verkettung von etwas unglücklichen Umständen gescheitert: der Arzt hat von 9:30 bis kurz vor 10:30 auf mich gewartet, weil er sich den Termin 9:30 vorgemerkt hatte, ich bin pünktlich um 10:30 in der Praxis angekommen, weil er mit mir schriftlich den Termin 10:30 ausgemacht hatte. Das war ihm ziemlich peinlich und auch für ihn selbst unangenehm, weil die Rentenversicherung sinnigerweise einen Arzt von Brannenburg (das ist südlich von Rosenheim) nach München in eine Gastpraxis in der Blumenau schickt, um meinen Gesundsheitszustand von 2012 zu begutachten. Das machte für ihn eine Autofahrt von rund 2×80 km und für mich eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln von ca 2×1 Stunde. Wir hatten also beide unsere Zeit vertrödelt. Immerhin haben wir danach dann mehrfach ganz nett miteinander am Telefon geplaudert, bis wir einen neuen Termin ausmachen konnten.

Heute also endlich der zweite Anlauf beim gleichen Arzt.

Zu Beginn zeigte er mir das Formularpaket, das wir gemeinsam ausfüllen sollten: ca 20 Seiten eng gedruckt, mit sehr kleinen Eingabefeldern und bitteschön vollständig und in Blockschrift auszufüllen! Ein europäisches Standardformular, das ich leider nicht im Internet gefunden habe, sonst hätte ich es hier verlinkt.

Für den Spass, das einigermaßen auszufüllen, braucht er sicher 2 Stunden und erhält dafür ganze 65 €. Für einen Arzt, der, wie er mir erzählte, früher eine Rheumaklinik geleitet hat, ist diese fürstliche Entlohnung sicher ein Ansporn, besonders sorgfältig zu arbeiten.

Das Fazit: Obwohl er mir versichert hat, das Gutachten würde zu meinen Gunsten ausfallen, habe ich wenig Hoffnung, dass es für die Luxemburger RV zufriedenstellender als das Erste ist.

Für mich liegt das Problem in der Zusammenarbeit der Rentenversicherungen verschiedener Länder. Hier gäbe es doch mal ein sinnvolles Normalisierungspotenzial für die Europäischen Behörden oder ein Thema für den EU-Bürokratie-Abbauer Stoiber (ich weiß, selbst der ist inzwischen im Ruhestand, aber dann hätte er doch endlich Zeit dafür, oder?).

Die deutsche RV ist ja nicht gerade bekannt dafür, dass sie Erwerbsminderungsrenten herschenkt. Auch da musste ich bereits ausführlich Formulare ausfüllen, wie ich hier schon berichtet habe. Warum muss ich jetzt durch ein nachträgliches Gutachten der Luxemburger Rentenversicherung noch einmal beweisen, dass die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist, während man eine Chemo nach der anderen erhält und dazu noch zweimal Hochdosis-Chemo mit Stammzellentransplantation, alles dokumentiert durch Arztberichte und Diagnoseunterlagen vom Klinikum Rechts der Isar?

Beim derzeitigen Verfahren fühlt sich in der ganzen Kette niemand für ein Scheitern verantwortlich:

  • Der Luxemburger Sachbearbeiter oder Kontrollarzt findet sicher in einem 20-seitigen Formular leicht ein Feld, das gar nicht oder nur unleserlich ausgefüllt ist *) und kann dann guten Gewissens ein neues Gutachten anfordern. Reklamieren hilft nicht, Vorschrift ist Vorschrift.
  • Die deutsche Rentenversicherung redet sich damit heraus, dass sie nur die Anforderungen ihrer Luxemburger Kollegen ausführt, wenn sie einen weiteren Arzt beauftragt (wofür sie allerdings ein paar Monate braucht!).
  • Der Arzt tut sein Bestes, seine Zeit ist aber beschränkt, die Bezahlung sowieso und sein Kalligraphiekurs liegt wohl schon ein paar Jahre zurück.
  • Der Antragsteller, der eigentlich ein Anspruchsinhaber ist, ist der Dumme. Er kann wählen, ob er sich nach weiteren 6 Monaten zum nächsten Rentenarzt schicken lässt oder ob es ihm zu blöd wird.

Das Ganze scheint darauf ausgelegt zu sein, dass der angehende Rentner irgendwann mürbe gemacht wird und aufgibt. Selbst das muss er aber dann schriftlich erklären, wie mir am Telefon gesagt wurde. Wehren kann man sich nicht, ohne das ominöse Formular gibt es keine Auszahlung.

So, jetzt habe ich wieder ein paar Monate Zeit, mich abzureagieren und mir zu überlegen, was ich im Fall einer dritten Einbestellung unternehmen werde: einfach gnadenlos das Spiel durchziehen, Briefe an höhere Stellen, Leserbriefe, oder doch verzichten und die Zeit bis zum Antrag auf Altersrente genießen? Wieviele ärztliche Gutachten wird man da wohl brauchen, um nachzuweisen, dass man das Renteneintrittsalter im Ausland erreicht hat? Gibt es eigentlich einen Ombudsmann für Rentenfragen – in Luxemburg oder Deutschland?

Eure Vor- und Ratschläge werden gerne entgegengenommen und wohlwollend geprüft.

*) Z.B. tut die Brillenstärke in meinem Fall sicher nichts zur Sache, auf die Frage war ich natürlich nicht vorbereitet – da haben wir schon den Beweis für meine mangelnde Kooperationsbereitschaft.

 

Guido Westerwelle

Wer mich gut genug kennt, weiß, dass ich weder FDP-Anhänger noch Westerwelle-Fan bin. Sein Schicksal hat mich aber trotzdem sehr berührt. Er hatte zwar eine andere Krankheit (Leukämie) als ich, aber die Therapie war letztlich die gleiche. Bei den letzten öffentlichen Auftritten, die ich gesehen habe, sah er zwar verständlicherweise mitgenommen aus, war aber guter Dinge, dass es weiter aufwärts gehen würde.

Dass er dann jedoch so kurz nach der Stammzellentransplantation gestorben ist, hat mir wieder einmal bewusst gemacht, dass es nicht immer ein Happy End bei dieser Behandlung gibt. Ich habe zwar auch einige heftige Infektionen in der ersten Zeit überstehen müssen, aber letztlich habe ich doch großes Glück gehabt, dass das Immunsystem wieder die Oberhand gewonnen hat und auch keine Abstoßungsreaktionen verursacht hat. Dafür nochmal herzlichen Dank an meine Blutsschwester, deren Stammzellen so gute Dienste für mich leisten, und an das gesamte medizinische Team im Klinikum rechts der Isar und in Oberstaufen!

Grenke Chess Open in Karlsruhe

Über das lange Osterwochenende fand in Karlsruhe das wohl größte Schachturnier Deutschlands statt, mit über 200 Titelträgern (Homepage). Für die 940 Teilnehmer war selbst die Schwarzwaldhalle zu klein, so dass noch einige Bretter in einem Nebenraum aufgebaut werden mussten. Ein sehr beeindruckendes und gut organisiertes Turnier – leider mit einer sehr schwachen Leistung meinerseits. Obwohl ich durchwegs gegen nominell schwächere Gegner gespielt habe, kam ich nicht über 3,5 Punkte aus 9 Runden hinaus.

Weitere Bilder aus Karlsruhe …

Bundesliga beim FC Bayern

fcbGestern und heute war ich beim FC Bayern an ihrem Bundesliga-Wochenende. Nicht im Fußball, sondern im Schach, wo sie ebenfalls in der 1. Bundesliga spielen, allerdings bei weitem nicht so erfolgreich wie ihre kickenden Kollegen. Heute fanden auch noch Heimspiele des FC Bayern auf bayerischer Ebene und im Frauenschach statt, so dass das ganze Kulturhaus Milbertshofen auf 3 Stockwerken von Schachspielern und Zuschauern in Beschlag genommen war. Interessant fand ich den Kommentar der Partien durch Klaus Bischoff, den ehemaligen Deutschen Meister, der gekonnt locker durch 10 der 16 Bundesligapartien zappte und dabei manchmal zugeben musste, dass auch er die Züge der heutigen Großmeister nicht immer auf Anhieb durchschaut – irgendwie tröstlich für einen Patzer wie mich.

Auch die kommende Woche steht für mich ganz im Zeichen des Schachs. Lediglich an 2 Tagen habe ich bis Sonntag keinen Schachtermin.

Der neueste Stand zu den vorhergehenden Beiträgen:

  • Die Erkältung ist erfreulicherweise innerhalb von wenigen Tagen auf ein erträgliches Maß geschrumpft. Mein Immunsystem scheint also langsam wieder in Fahrt zu kommen.
  • Die Anrufe bei der Rentenverwaltung haben leider nichts ergeben. Ich bin zwar bis zur Sekretärin des Kontrollarztes durchgedrungen, diese hat mir aber nur (in einem etwas ungehaltenen Ton) mitgeteilt, dass im ausgefüllten Formular vom August 2015 einige Datumsangaben fehlten bzw. unleserlich geschrieben waren. Jetzt muss ich wohl alle paar Monate zu einem anderen Belegarzt, bis ich einen gefunden habe, der gewissenhaft und in Schönschrift alles ausfüllt.

Behörden²

Zum_Amtsschimmel_01

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zum_Amtsschimmel_01.JPG

Eine Behörde kann schon ganz viel Bürokratie erzeugen. Wenn jedoch 2 beteiligt sind und miteinander kommunizieren sollen, kann man nur staunend zuschauen.

Ich habe schon mal über meine Erfahrungen mit der deutschen und luxemburger Rentenversicherung berichtet und dachte eigentlich, dass mit dem Besuch eines Befundarztes, der im August 2015 meinen zurückliegenden Gesundheitszustand beurteilen sollte, alles erledigt sei.

Noch einmal zum Ablauf:

  • Im Dezember 2013 erhielt ich von der DRV den Bescheid, dass ich rückwirkend vom November 2012 bis Ende Juli 2015 zum Rentner ernannt worden bin. Dieser Bescheid wurde im nachhinein mindestens ein Dutzend Mal durch weitere Bescheide korrigiert, angepasst und wieder korrigiert, was mit einigen Nach- und Rückzahlungen verbunden war.
  • Schon im Dezember 2013 wollten die Luxemburger Kollegen meine Kontonummer haben. Die Hoffnung auf schnelle Erledigung wurde geweckt. Große Beträge waren nicht zu erwarten, da ich nur während anderthalb Jahren in Luxemburg Beiträge gezahlt habe.
  • Dann Funkstille in Luxemburg, kein Bescheid, keine Zahlungen.
  • Im August 2015 habe ich plötzlich einen Termin bei einem mir unbekannten Arzt erhalten. Dieser Termin war von Luxemburg aus veranlasst, sie wollten ein eigenes Gutachten.
  • Als nächstes kam im Dezember eine Steuerkarte vom Luxemburger Finanzamt für 2015 …
  • … und vor ein paar Tagen auch schon eine für 2016.
  • Das hat mich dann veranlasst, mal nachzufragen, was denn aus meiner Rente geworden ist. Antwort: Ja, wir haben ein neues ärztliches Gutachten bei der DRV angefordert und noch keine Antwort erhalten. Toll.
  • Anruf bei der DRV in Berlin. Ja, eine Anfrage liegt vor. Ich erhalte demnächst einen Termin bei einem Arzt. Ich konnte sie dann überreden, doch mal mit ihren Kollegen in Luxemburg zu reden, statt langwierige Formularkorrespondenz zu führen. Das haben sie tatsächlich gemacht, mussten mir aber mitteilen, dass die Luxemburger auf ihrem neuen Gutachten bestehen.
  • Bisher habe ich es noch nicht geschafft, in Luxemburg telefonisch durchzukommen, um zu fragen, was sie denn am ersten Gutachten auszusetzen haben. Es besteht ja immerhin die Gefahr, dass das zweite Gutachten ähnlich ausfällt und wieder zu einem halben Jahr Wartezeit bis zum dritten Gutachten führt.

Fortsetzung folgt …

Trainingstage

Leider hat mein Immunsystem beschlossen, dass es wieder mal ein paar Trainingstage braucht. Solange es sich dazu relativ harmlose Erkältungsviren als Sparringspartner aussucht und sich nicht an härtere Brocken (wie die überstandene Gürtelrose oder Schlimmeres) herantraut, gönne ich ihm die Übung und hoffe, dass es inzwischen Fortschritte gemacht hat und schneller damit fertig wird.

StateLibQld_1_45199_Two_women_sparring_with_a_speed_bag

(https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AStateLibQld_1_45199_Two_women_sparring_with_a_speed_bag.jpg)

Alles perfekt!

Ihr könnt die verkrampften Daumen wieder entspannen. In der Computertomographie war außer einer leichten Nebenhöhlenentzündung nichts zu sehen, und auch das Blutbild ließ keine Wünsche offen.

Es hat sich allerdings wieder einmal gezeigt, dass sich meine Venen noch immer nicht von den fast zweijährigen Strapazen erholt haben. Erst beim fünften Anstich ist das Blut spärlich getröpfelt.