Brüssel

In meinem Heimaturlaub letzte Woche habe ich die Gelegenheit genutzt, meinen Bruder auf seiner eintägigen Dienstreise nach Brüssel zu begleiten. Während er mit seinen Kollegen den Tag im Sitzungssaal verbracht hat, bin ich bei schönem aber kalten Wetter durch die Stadt gelaufen. Zuletzt war ich vor ca 25-30 Jahren dort, natürlich hat sich seitdem einiges verändert: neue Gebäude, neue Fußgängerzonen, neue Geschäfte. Vor allem fiel mir aber sofort beim Weg in die U-Bahn auf, dass überall Polizisten und Soldaten (! – in Deutschland undenkbar) mit Maschinenpistolen/gewehren unterwegs waren. Während meines Aufenthalts in der Stadt gab es dann noch einen Bombenalarm in der Gare du Nord, der zur Schließung dieses wichtigen Bahnhofs und zur Einstellung des Zugverkehrs führte, bis sich herausstellte, dass es ein Fehlalarm war. Am Nachmittag gab es außerdem noch eine Messerattacke auf zwei Polizisten, dabei wurde der Angreifer angeschossen. Kein Wunder also, dass das Sirenengeheul den ganzen Tag über nicht nachgelassen hat. Trotzdem haben wir zum Feierabend noch ein Abendessen – natürlich u.a. mit belgischen Pommes Frites – genossen, bevor wir uns in den allabendlichen Stau begeben haben.

Ach ja – wie in fast jedem Urlaub üblich – habe ich mich auch diesmal erkältet, allerdings diesmal mit milderem Verlauf. Das Immunsystem scheint doch langsam zu lernen.

Weitere Fotos in meinem Album

Unsere Stammzellen

Zum Kommentar meiner Blutsschwester im vorherigen Beitrag:

Liebe Blutsschwester,

die Grüße habe ich ausgerichtet, aber ich muss unsere Stammzellen in Schutz nehmen. Sie haben ganze Arbeit geleistet, da sie ja nachweislich vermehrt Leukozyten produziert haben, die sich ins Kampfgetümmel (wo auch immer) stürzen konnten. Offensichtlich fehlt es den Leukozyten noch an einer Mustersammlung von Antikörpern, die sie erst nach und nach von Infektion zu Infektion aufbauen können. Ich bemühe mich jedenfalls, bei jeder umherschwirrenden Krankheit ein paar Übungsteile mitzunehmen …

Urlaubs“verlängerung“

So langsam bin ich auf dem Weg der Besserung. Mein neuer Hausarzt wolte zuerst ohne Antibiotika auskommen, was ich sehr begrüßt habe. Als meine Erkältung sich nach anderthalb Wochen jedoch noch nicht wesentlich gebessert hatte, hat er am Montag ein Blutbild gemacht und ist wohl ein bisschen über das Ergebnis erschrocken. Ich hatte einen CRP-Wert von 140 (normal bis 5 mg/l) und einen erhöhten Leukozyten-Anteil. Beides deutete darauf hin, dass irgendwo eine Infektion heftig bekämpft wurde.

Daraufhin bekam ich dann doch ein Antibiotikum verschrieben. Interessanterweise enthielt die Packung genau die 3 Tabletten, die an 3 Tagen eingenommen werden sollten. Heute war der CRP-Wert schon auf 73 gesunken, und die Symptome haben sich auch deutlich gebessert, so dass ich wahrscheinlich keine weitere Urlaubsverlängerung aus gesundheitlichen Gründen beantragen muss und am Montag nach 4 Wochen endlich wieder normal zur Arbeit gehen könnte …

… wäre da nicht meine Waschmaschine. Sie kann zum Spülen ihren Durst nicht mehr so recht befriedigen und zeigt dann nach einer Weile einen Fehlercode an, lässt sich aber nach einigem guten Zureden irgendwie und irgendwann dann doch zum Weitermachen überreden. Am Montag soll jetzt jemand sich das anschauen und hoffentlich meine Vermutung bestätigen, dass nur der Zulauf verstopft ist (leider ist die Maschine eingebaut, so dass das nicht so leicht zu überprüfen ist).

Und zum Abschluss noch eine Auswahl meiner Urlaubsbilder, die ich noch immer nicht verarbeitet habe. Wieder ist es jeweils ein Foto aus jedem der besuchten Länder, die Zuordnung dürfte aber nicht so leicht sein.

Vom Baltikum zum Bronchicum

Es gab viel Interessantes und Schönes zu sehen während meiner Reise quer durchs Baltikum, aber leider war das Wetter nicht immer passend zur Jahreszeit. Deshalb habe ich mir als Andenken eine ordentliche Erkältung mitgebracht, an der ich auch noch nach einer Woche zu arbeiten habe.

Bevor ich meine Fotos veröffentliche, liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich habe die Anzahl zwar schon von fast 1500 auf unter 1000 gedrückt, das sind jedoch immer noch viel zu viele zum Hochladen.

Vorurlaub

Da mein Flug nach Vilnius morgen um 7:00 Uhr startet, habe ich mich heute nacht in einem Hotel in Flughafennähe einquartiert und war zum Abendessen im Flughafen. Ich kannte dort zwar vom Vorübergehen den großen überdachten „Biergarten“ Airbräu zwischen den Terminals 1 und 2, wusste aber nicht, dass dort selbstgebrautes Bier ausgeschenkt wird. Somit dürfte der Flughafen München der einzige weltweit mit eigener Hausbrauerei sein. Gut geschmeckt hat’s auch noch!

Geburtstagsgeschenk

Wie ich schon in meinem letzten Beitrag berichtet habe, durfte ich am vorletzten Sonntag meinen 3. Geburtstag genießen. Heute mittag habe ich dies mit meinen Arbeitskollegen gefeiert und dabei ein altersgerechtes Geschenk erhalten (ohne verschluckbare Kleinteile – oder zumindest sicher eingeschlossen), das ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:

Damit schaut die Welt doch schon mal viel bunter und freundlicher aus!

Vielleicht gibt es zum 4. Geburtstag ja schon Buntstifte und ein Malheft? Ich bin gespannt …

As time goes by …

Uhr

Wie die Zeit vergeht, sollte eine Uhr eigentlich anzeigen. Meine hier abgebildete Küchenuhr hält es jedoch eher mit Albert Einstein und erinnert mich immer wieder daran, dass Zeit relativ ist: Mal geht sie wochenlang ziemlich genau, mal sammelt sie an einem Tag fast eine Stunde Verspätung auf.

Wie dem auch sei, am Sonntag waren genau 3 Jahre seit meiner Stammzellentransplantation vergangen. Somit war es auch wieder an der Zeit für einen Nachsorgetermin und für ein Wiedersehen mit den Ärztinnen und Pflegerinnen, die sich alle gefreut haben, dass es mir so gut geht. Um den schriftlichen Nachweis hierfür zu erwerben, bekam ich eineLaufzetteln Laufzettel in die Hand und machte mich auf den Weg. Leider gab es schon beim ersten Termin eine Wartezeit von anderthalb Stunden, so dass der restliche Zeitplan etwas durcheinandergeriet. Die Knochendichte-Messung wird erst in 2 Wochen durchgeführt. Alle heutigen Untersuchungen lieferten jedoch beste Ergebnisse, insbesonders die Blutwerte. Das gute Gefühl, dass alles in Ordnung ist, entschädigt dann schließlich doch für die langen Wartezeiten.

Schüsse in München

Man hat sich ja leider in den letzten Jahren an allerlei Schreckensmeldungen fast schon gewöhnt – erst Irak, Afghanistan, Pakistan und andere weit entfernte Länder, dann kam der Terror näher heran mit Istanbul, Paris, Brüssel, Nice und zuletzt Würzburg.

Wenn jedoch plötzlich wohlbekannte Ortsbezeichnungen wie OEZ, Stachus, Marienplatz, Isartor im Mittelpunkt der Nachrichten stehen, macht das doch gleich einen anderen Eindruck, obwohl selbstverständlich ein Menschenleben in Afghanistan genauso viel wert ist wie in München. Man wird daran erinnert, dass jeder überall und jederzeit Opfer werden kann. Da tröstet es kaum, dass laut einer kurz zuvor veröffentlichten Statistik die Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen zu werden, weitaus höher ist als bei einem Terroranschlag umzukommen.

Ich war nur am Rande betroffen, da ich zum Zeitpunkt der Schießerei schon zu Hause war, also am entgegengesetzten Ende des Münchner Stadtgebiets. Als ich gegen 19:00 Uhr auf den Bus Richtung Ostbahnhof gewartet habe, sprang die Ankunftsanzeige plötzlich um auf ‚Betrieb eingestellt‘. Kurz darauf fuhr der erwartete Bus als ‚Einrückfahrt‘ an uns vorbei, damit war klar, dass wohl der gesamte Nahverkehr eingestellt war. Ich bin also zurück nach Hause gegangen und habe mir die Nachrichtenlage angeschaut.

So gut wie alle öffentlichen und einige privaten Sender hatten den ganzen Abend über Sondersendungen geschaltet, Neues erfuhr man dabei jedoch kaum. Es wurden immer die gleichen Aufnahmen gezeigt, dazwischen mussten bedauernswerte „Reporter vor Ort“, die stundenlang irgendwo am Mittleren Ring ausharrten und somit zumindest geografisch nahe am Geschehen waren, immer wieder berichten, dass auch sie nichts Näheres wüssten – woher denn auch. Dann kamen noch die Experten dran, die über Konsequenzen und Ursachen diskutierten, obwohl noch nicht klar war, was überhaupt passiert war. Daneben brodelte die Gerüchteküche, von überall wurden plötzlich Schüsse und Verdächtige gemeldet, vom Stachus, Marienplatz, Isartor, Odeonsplatz, Tollwood, und und und …

Am informativsten waren die Tweets der Münchner Polizei unter @PolizeiMuenchen (die Kommentare ausgenommen). Hier wurden nur einigermaßen gesicherte Informationen verbreitet, man verzichtete darauf, im Minutentakt immer weitere Häppchen zu präsentieren. Dazu machten sie sich die Mühe, die wichtigsten Daten auch auf englisch und (etwas holprig) französisch, einige auch auf türkisch zu verbreiten. Bemerkenswert auch der Sprecher der Polizei, der sich den Reportern stellen musste und deren Fragen so gut es ging in Ruhe beantwortete. („Was wird die Polizei jetzt tun?“ – „Unsere Arbeit.“)

Versöhnlich stimmte im ganzen Unglück die Hilfsbereitschaft vieler Anwohner, die den gestrandeten Mitmenschen Unterschlupf anboten (#offeneTuer, #openDoor).

Happy End im Papierkrieg

moneyIch habe schon mehrfach hier über meine langjährigen Beziehungen zur Luxemburger Rentenversicherung berichtet. Im Dezember 2013 bin ich gebeten worden, meine Kontodaten mitzuteilen. Danach – Funkstille. Als nächstes wurde ich im Sommer 2015 zu einem Kontrollarzt geschickt. Dann habe ich im Frühjahr 2016 nochmal zu einem anderen Kontrollarzt gehen dürfen.

Bei der Rückkehr aus meinem Urlaub fand ich einen Brief vor, in dem ich aufgefordert wurde, eine Bescheinigung über mein Bruttogehalt des Jahres 2015 einzusenden.

An diesem Dienstag habe ich in meinem Kontoauszug eine beträchtliche Summe entdeckt, mit dem Vermerk ‚Rentennachzahlung 1.12.2012 bis 1.7.2016(!).

Heute erhielt ich schließlich per Einschreiben den dazu passenden Bescheid. Was lange gewährt hat, wurde endlich gut: Ich erhalte nicht nur eine Erwerbsminderungsrente für die Zeit, in der auch die deutsche RV gezahlt hat, sondern auf unbegrenzte Zeit. Der monatliche Betrag ist zwar nicht allzu groß, das ist jedoch verständlich, da ich nur 18 Monatsbeiträge in Luxemburg geleistet habe.

Jetzt bin ich noch gespannt auf eventuelle Neuberechnungen und Rückforderungen, wenn ich die gewünschte Bescheinigung einreiche, da 2015 das erste Jahr war, wo ich wieder das ganze Jahr über gearbeitet habe (allerdings in Teilzeit mit erst 20, dann 25 Wochenstunden).