Alles Gute zum Geburtstag, liebe Blutsschwester

Liebe Britta,

birthday-2674863_640normalerweise erhält ja das Geburtstagskind die Geschenke, aber in unserem Fall habe ich das schönste Geschenk zu deinem Geburtstag bekommen: das perfekte Blutbild, das ich am Donnerstag hier veröffentlicht habe, ist ja eigentlich deins. Alle dort gezählten Zellarten wurden von deinen Stammzellen produziert, die seit Sommer 2013 für mein neues Immunsystem arbeiten. Du hast mir mit deiner Spende meinen 2. Geburtstag beschert!

PS

Blutsschwester/Blutsbruder klingt vielleicht etwas nach Winnetou-Romantik. Da Britta und ich uns jedoch 2 Jahre lang nur umständlich anonym schreiben durften, haben wir uns mangels Vornamen so genannt. Es ist ja auch durchaus passend, da wir wesentlich mehr gemeinsam haben als Winnetou und Old Shatterhand, die nur ein paar Tropfen Blut getauscht haben. Wir dagegen haben ein genetisch identisches Blut in all seinen Bestandteilen.

Wieder mal Gesundheits-TÜV

Gute 4 Jahre nach meiner Transplantation stand heute wieder einmal ein Nachsorgetag an. Um 9:30 Uhr bekam ich den Laufzettel in die Hand gedrückt und durfte mich dann auf den Weg durch das Labyrinth des Klinikums Rechts der Isar machen. Der Aufwand hat sich gelohnt, da ich alle Tests gut bestanden habe. Zum Schluss durfte ich mir dann die Glückwünsche der begeisterten Oberärztin abholen.

Lediglich die Knochendichte lässt immer noch etwas zu wünschen übrig. Deshalb erhielt ich ein Rezept für ein Vitamin-D-Präparat, das einmal pro Woche einzunehmen ist (Dekristol 20000). Das Blutbild dagegen ist nahezu perfekt. Wo es früher von – und – – nur so wimmelte, sind diesmal nur 2 kleine + zu sehen.

Solche Arzttermine machen Freude!

Laufzettel

Blutbild

Urlaub in Bad Aibling

Letzte Woche habe ich in Bad Aibling an einem Schachturnier teilgenommen. Mit meinem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: mit meiner Startnummer 77 habe ich mir immerhin den 42. Platz bei 130 Teilnehmern erspielt (4.5 Punkte aus 8 Runden).

Natürlich blieb auch Zeit für Freizeitaktivitäten, das macht den Reiz dieses Turniers aus:

  • Ausflug nach Rosenheim (Zug) zur sehenswerten Pharao-Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim,
  • Ausflug nach Maxlrain (zu Fuß) zum dortigen Bräustüberl,
  • Ausflug zum Bahnhof Fischbachau (mit dem Auto) und von dort aus eine gemütliche Rundwanderung über Birkenstein und Fischbachau, natürlich auch mit Einkehr.

Hier ein paar Bilder dazu, mehr davon gibt es hier.

Auflösung

Hier die Auflösung zu den 2 vorhergehenden Beiträgen:

  • Das Wichtigste: Wie ich soeben in der Telefonsprechstunde erfahren habe, hat die vor 2 Wochen entnommene Hauptprobe ergeben, dass alles in Ordnung ist. Es war nur ein „Sonnenfleck“.
  • Auch die Magen-Darm-Grippe ist überstanden. Mein Gewicht ist zwischenzeitlich zwar auf 61 kg gefallen, erholt sich aber langsam wieder. Ich war auf den Punkt rechtzeitig wieder so weit hergestellt, dass ich am Sonntag in unserem Schach-Jugendopen die 98 Kinder und Jugendliche „managen“ konnte (als Turnierleiter).

Verkrampfte Nacht

Am Montag, zur Feier meines 4. Geburtstages mit einigen Kollegen, war die Welt noch in Ordnung. Gestern habe ich schon auf dem Weg zur Arbeit leichte Bauchschmerzen gehabt. Ich konnte dann mittags auch nur einen kleinen Teil meiner Portion essen. Im Lauf des Nachmittags hat sich dann ein immer heftiger werdende Durchfall bemerkbar gemacht, dazu kamen jede Menge Krämpfe an Waden und Füßen. Die Nacht war ziemlich bewegt, da ich dauernd wegen Krämpfen aus dem Bett gesprungen bin, und dann wieder zur Toilette musste. Wenn ich dann dachte, die Krämpfe hätten sich nach einer Phoenix-Dokumentation beruhigt, und mich wieder hingelegt habe, hat eine kleine Bewegung gereicht, und schon waren wieder neue Krämpfe da – die im Übrigen immer heftiger wurden und immer mehr Schmerzen hinterlassen haben. Zum Schluss wusste ich nicht mehr, wie ich mich hinlegen oder hinsetzen sollte.

Heute morgen bin ich zwar ganz optimistisch in die Arbeit gegangen (mein Hausarzt hat am Mittwoch Vormittag keine Sprechstunde). Nach einem erneuten Mittagessen-Fehlversuch, diesmal mit Erbrechen, bin ich jedoch wieder nach Hause gefahren und habe mit etwas Glück noch einen Termin für heute beim Hausarzt erwischt. Diagnose: Magen-Darm-Grippe. Therapie: neben Schonkost ein Medikament gegen Durchfall und eins zur Magenberuhigung. Ich bin außerdem von heute bis Freitag krankgeschrieben.

Muttermal / Leberfleck

pflasterWie ich soeben gelernt habe ist das mehr oder weniger das gleiche und heißt eigentlich medizinisch Nävus. Wie dem auch sei, so ein Ding ist heute bei mir an der Stirn angekratzt worden, nachdem es vor ein paar Wochen beim Hautscreening Verdacht erregt hat. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass es erst im Laufe der letzten Jahre aufgetreten ist. Ganz entfernen wollte es die Ärztin nicht, da es direkt auf einem Blutgefäß sitzt und somit zu Blutungen hätte führen können. Jetzt wird das Material zur Analyse eingesandt, in zwei Wochen gibt es das Ergebnis.

Während einer Woche soll ich das duschfeste Pflaster drauflassen, das angeblich bombenfest sitzt und „vorsichtiges“ Duschen erlaubt. Schwimmen und Sauna ist damit nicht erlaubt. Ob das Schwitzen bei derzeit über 30 Grad draußen wohl erlaubt ist? Mal sehen, wie lange das Pflaster wirklich hält …

Schach im Grünen

Heute war ich als Turnierleiter zu einem in zweierlei Hinsicht ganz besonderen Schachturnier eingeladen.

  • Der „Spielsaal“ war eine Insel zwischen Isar und Isarkanal. Die ersten 2 Runden mussten zwar noch in der etwas engen Hütte gespielt werden, dann hatte das Wetter jedoch ein Nachsehen mit uns und wir konnten Tische und Bänke ins Grüne bringen. Das Nachmittagsgewitter kam dann erst, als wir schon wieder weg waren.
  • Die zweite Besonderheit war das Teilnehmerfeld, das sich aus Kindern der SG Schwabing München Nord und aus Behinderten der Stiftung Pfennigparade zusammensetzte. Dank vieler Helfer lief alles wunderbar ab und die Begeisterung war auf allen Seiten groß.

Zudem sorgte der „Hüttenwirt“ der Pfennigparade noch für eine gute Verpflegung (auf dem Menü standen Kartoffelsuppe mit Wurst und nachmittags Grillfleisch). Abgerundet wurde das noch durch mitgebrachte Kuchen.

Die in Schachkreisen bekannten Großmeister Helmut Pfleger und Hajo Hecht, die als Ehrengäste anwesend waren, lieferten sich zum Abschluss ein Tandemduell mit 2 Schachkindern: auf jeder Seite des Schachbretts saßen jeweils ein Großmeister und ein Kind, und es wurde abwechselnd von den 4 Spielern gezogen.

Gruß an meine Drainerin

Ihr habt richtig gelesen, das ist kein Tippfehler. Ich bin zufällig beim Einkaufen meiner langjährigen Physiotherapeutin über den Weg gelaufen, bei der ich regelmäßig zur Lymphdrainage gegangen bin.

Ungefähr zur Halbzeit der ersten Chemotherapie, im Juni 2012, war plötzlich mein linker Fuß und Unterschenkel stark angeschwollen. Die Folge war eine Reihe von Untersuchungen, zuerst auf Thrombose (interessant war die Ultraschall-Venenuntersuchung mit akustischer Live-Übertragung des Blutrauschens), dann beim Orthopäden und Radiologen, der Roentgen und MRT angeordnet hat. Schließlich bin ich mit der Diagnose Lymphödem von August 2012 bis Dezember 2015 Stammgast in der Physiotherapie geworden, wo anfangs mehrmals in der Woche, dann noch einmal in der Woche während jeweils 45 Minuten manuelle Lymphdrainage (MLD) gemacht worden ist. Unterbrechungen bei diesen regelmäßigen Terminen gab es nur für Kurzurlaube und Klinik- und Reha-Aufenthalte. Nach den ersten Besserungen bekam ich dann einen Stützstrumpf angepasst, der ziemlich lästig war, weil mein Bein nicht immer gleich viel geschwollen war. So ist er dann mal gerutscht, mal hat er ziemlich gedrückt. Besonders unangenehm war es im Sommer bei Hitze. Noch schlimmer war allerdings die Bandagierung, die in der Physiotherapie der ersten Reha gemacht worden ist – die war so dick, dass ich keine Schuhe drüber ziehen konnte und somit Hausarrest hatte.

Die meisten der Lymphdrainagen hatte ich bei Ulrike B., die sich hier auch schon mal in einem Kommentar zu Wort gemeldet hat. Die 45 Minuten vergingen immer wie im Flug, da wir uns über alles Mögliche unterhalten haben, von Gesellschaftsspielen über Filme zu Reiseerfahrungen, Familie, Freizeitgestaltung oder das aktuelle Weltgeschehen. Sie hat zwar vor dem Ende meiner MLD-Reihen den Arbeitsplatz gewechselt, so dass ich dann von einer Kollegin weiterbetreut wurde, aber sie hat wohl so gute Vorarbeit geleistet, dass ich seit Dezember 2015 ohne Lymphdrainagen auskomme. Der linke Fuß ist zwar immer noch etwas dicker als der rechte, deshalb muss ich beim Schuhkauf nicht nur auf die passende Größe achten, sondern auch nach besonders weiten Schuhen fragen. Seit mittlerweile anderthalb Jahren komme ich sehr gut ohne Lymphdrainagen über die Runden.

Also nochmals vielen Dank, liebe Ulrike B.,  für die vielen netten Plauderstündchen!

Magnus

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By rorkhete, via Wikimedia Commons

Gestern Abend habe ich mir den Film Magnus (im deutschen Untertitel „der Mozart des Schachs“) angeschaut und war positiv überrascht. Es ist kein Spielfilm, der das Leben des aktuellen Weltmeisters Magnus Carlsen nacherzählt, sondern ein Dokumentarfilm, der dank vieler Familienaufnahmen den Werdegang vom 4jährigen Buben bis zum 23jährigen Weltmeister begleitet. Der Hintergrundkommentar dazu ist größtenteils vom Vater oder auch von Magnus selbst. Der Vater war bei der ganzen außergewöhnlichen Karriere seines Sohnes immer dabei, hat aber nicht wie andere (z.B. Tenniseltern) Drill und Zwang angewandt – selbst gegen den Rat großer Spieler wie Garri Kasparow, die meinten, ohne Disziplin und ernsthafte Arbeit würde das große Talent des damals 13jährigen vergeudet. Der Ehrgeiz des jungen Magnus ist auch ohne Druck der Eltern stark genug, wie seine Reaktionen auf verlorene Partien zeigen.

Interessant ist der Einblick in die Denkweise eines Großmeisters, wobei keine Eröffnungsvarianten oder taktische Finessen gezeigt werden. Den Film kann man sich ganz gut auch ohne Schachkenntnisse anschauen. Am meisten beeindruckt hat mich eine Antwort auf die Frage des Interviewers, ob er auch jetzt, während des Interviews, an Schach denke: „Ja natürlich“. Er scheint wie ein Multitasking-Computer immer einen Hintergrundjob im Kopf laufen zu haben, der Schachstellungen bewertet. Das unterscheidet ihn wohl von normalsterblichen Patzern wie unsereins.

Andererseits kann er aber auch, vor allem im Kreis seiner Eltern und Schwestern, entspannen, z.B. am Ruhetag der Weltmeisterschaft mit albernen Kinderliedern und Donald-Duck-Geschichten. Ausgespart wird vom Film allerdings sein sozialer Umgang mit anderen Spitzenspielern, der nicht besonders herzlich und kollegial sein soll.

Der Film wird wohl kaum zum großen Kinoerfolg werden. Wer ihn sehen will, muss sich wohl die DVD ausleihen oder kaufen. Auf jeden Fall sehenswert, nicht nur für Schachspieler.

Links zum Film: IMDB, amazon.de