Alle Blutwerte bewegen sich langsam in die richtige Richtung, Gewicht und Blutdruck passen auch.
Das einzige, was ich mir noch nicht so richtig vorstellen kann, ist normales Essen und Trinken. Das gibt es noch fast ausschließlich über Infusionen.
Alle Blutwerte bewegen sich langsam in die richtige Richtung, Gewicht und Blutdruck passen auch.
Das einzige, was ich mir noch nicht so richtig vorstellen kann, ist normales Essen und Trinken. Das gibt es noch fast ausschließlich über Infusionen.
Heute morgen waren fast mehr Haare auf dem Kopfkissen als auf der Kopfhaut. Deshalb durfte die stationseigene „Friseurin“ mit der Maschine ran und verpasste mir diesen modischen Kurzhaarschnitt:
Damit werde ich wohl gut durch den heißen Sommer kommen.
Der Thrombozytenspeicher musste heute schon wieder nachgefüllt werden, die Leukozyten sind weiterhin selbstständig auf dem Weg nach oben. Normales Essen sollte nach derzeitiger Planung ab dem Wochenende wieder in Betracht gezogen werden.
Die Leukos haben sich von gestern auf heute fast verdoppelt und erreichen jetzt den Wert von 0,2. Damit haben sie endgültig den Bereich statistischer Schwankungen verlassen. Weiter so! In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob sie sich schon mit den sie umgebenden Zellen angefreundet haben oder sie noch als Fremdkörper bekämpfen.
Bei den Thrombozyten gibt es noch keine eindeutige Aussage, da ich gestern noch eine Transfusion erhalten habe und eigene und fremde Thrombozyten sich vermischen.
2. Besuch der Klinikclowns: seit ihrem Auftritt vor 2 Wochen lesen sie fleißig hier mit und haben deshalb auch die Antwort auf Ulrikes Frage mitgebracht. Die Blumengirlanden sind aus Stoff und verlassen die Station nicht.
Gestern hat mir ein Postbote die seit 2,5 Wochen liegengebliebene Post von zu Hause mitgebracht. Hier seht Ihr die neue schicke Postboten-Berufskleidung:

Zuerst die gute Nachricht:
Nach meiner Aussteuerung aus dem Krankengeld zum 31.7. erklärt sich die Agentur für Arbeit bereit, mir bis 10/2014 Arbeitslosengeld zu zahlen. Damit bin ich auch weiterhin krankenversichert.
Dann die weniger gute:
Die Rentenversicherung Bund findet zu meinem Antrag auf Erwerbsminderungsrente immer neue Formulare, die ich auch noch ausfüllen soll, bevor sie etwas entscheidet (oder gar zahlt).
Schließlich die lustige:
Die Rentenversicherung Bayern Süd teilt mir mit, dass sie nicht für meinen Antrag vom 24.7. auf onkologische Nachsorgeleistung zuständig ist. Das wäre ja schön und gut, nur habe ich nie einen Antrag auf onkologische Nachsorgeleistung gestellt, ich habe nie einen Antrag bei der RV Bayern Süd gestellt, und schon gar nicht am 24.7. – das war mein Tag D0, da hatte ich Besseres vor. Unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich zudem niemand.
Im medizinischen Bereich gibt es gute Nachrichten. Die Leukozyten haben wieder die erste Nachkommastelle erreicht, sind damit wieder im „zählbaren Bereich“ angekommen. Das Fieber hat sich gelegt, der Blutdruck ist in seiner normalen Schwankungsbreite, nur das Gewicht ist noch zu hoch (d.h. es gibt noch zuviel Wassereinlagerung). Insgesamt aber schon sehr positive Werte heute.
Seit gestern abend habe ich meinen Wortschatz um 2 Wörter erweitert. Zuerst bin ich beim Auffiebern ertappt worden, d.h. meine Körpertemperatur hat sich langsam Richtung Fieber bewegt. Bei Überschreitung der 38º-Grenze wurden einige Aktionen ausgelöst:
– Der diensthabende Nachtarzt hat sowohl am Katheter als auch über eine Venennadel Blutproben abgenommen, die jetzt als Kulturen angesetzt werden, um eventuell Keime zu finden, die man gezielt bekämpfen kann.
– Ich wurde auf andere Antibiotika umgestellt.
– Ich wurde zum Thorax-Roentgen angemeldet. Meine Erwartung, dass ich dann mal mein Zimmer verlassen und überprüfen könnte, ob es noch eine Welt außerhalb meiner 4 Wände gibt, wurde jedoch enttäuscht, weil die Bettlunge zum Einsatz kam. Das ist ein fahrbares Roentgengerät, das mit etwas Mühe und Geschick ins Zimmer geschoben wurde. Ich musste mich mit dem Rücken auf eine Platte legen, dann wurde von oben die Aufnahme gemacht.
Erste Ergebnisse:
Roentgenbild ok, Temperatur inzwischen wieder gesunken.
Blutkulturen brauchen ein paar Tage zum Wachsen.
Der neue Tag hat nichts Neues gebracht, nur die schon vorhandenen Beschwerden wurden zum Teil etwas heftiger.
Die Schluckschmerzen haben sich verschlimmert, die Morphin-Dosis wurde daher leicht erhöht.
Ansonsten hält die Dürreperiode im Mund weiter an, bei gleichzeitiger Flut im Gewebe und in den Blut- und Lymphbahnen. Immerhin gab es heute keine Transfusionen.
Ein paar Tage muss ich noch durchstehen (oder vielmehr -liegen), dann könnten die neuen Stammzellen sich bemerkbar machen.
Da mein Gewicht heute neue Höchststände erreicht hat, gab es gleich 3mal Lasix, zusammen mit jeder Menge Kochsalzlösung. Somit sollten die Nieren ausreichend zu verarbeiten haben, und der derzeit grenzwertige Creatinin-Wert sich endlich normalisieren.
Immerhin konnte ich die letzten Nächte auch ohne Tablette einigermaßen schlafen, zumindest in 2-Stundenpaketen, zwischen denen ich den Mund befeuchten muss und/oder die Nieren entwässern muss.
Ein langweiliger Tag (ich sehe das positiv!) mit dem schon üblichen Thrombozytenkonzentrat am Morgen und Lasix am Nachmittag. Sogar mein Blutdruck ist bisher ohne medikamentöse Unterstützung im Wunschbereich geblieben.
Heute gab es keine besonderen Vorkommnisse – was mir auch ganz recht ist. Ich habe sogar ausnahmsweise mal relativ gut geschlafen.
Gestern habe ich mir die Blutwerte der letzten Tage aushändigen lassen. Natürlich strotzen sie nur so von Minuszeichen. Normal, wenn die verbrauchten alten Blutbestandteile nicht durch neu produzierte aufgefüllt werden.
Am auffälligsten sind die Leukozyten: Richtwert 4,3-10,1 G/l, bei mir gerade noch 0,01. Im Normbereich war ich zuletzt an d-3, also noch während der Chemo. Danach ging es rasant bergab. Weniger als 0,01 gibt die Ausgabegenauigkeit nicht her, es kann also nur bergauf gehen.
Die Erythrozyten sind mit 3.19 fast noch im Normbereich von 4,3-5,9 T/l. Allerdings wurde hier schon mal mit 2 Beutelchen nachgeholfen.
Bei den Thrombozyten gibt es einen Jo-Jo-Effekt. Der Normbereich von 140-440 G/l ist zur Zeit unerreichbar. Deshalb wird hier mit Transfusionen nachgeholfen, sobald der Wert unter 10 sinkt. Am Tag darauf kann er dann schon mal bei 17 liegen, das ist aber nur von kurzer Dauer. Spätestens am 2. Tag ist die 10 schon wieder unterschritten.
Liebe Stammzellen: Wenn Ihr dann nicht mehr mit dem Umzug beschäftigt seid, könntet Ihr wieder mit der Blutproduktion beginnen!
Ich bin täglich ûberrascht vom regen Interesse für meine Blogseiten, insgesamt bisher 3299 Zugriffe aus 13 Ländern. Danke auch für Eure zahlreichen Kommentare.
Dank der guten WLAN-Anbindung konnten mich auch einige virtuell über Skype besuchen.
Potenzielle physische Besucher habe ich vielleicht durch meine Berichte abgeschreckt. Ich kann mich aber durchaus noch vernünftig unterhalten und liege nicht röchelnd im Bett ;-). Der Besucher muss einen grünen Kittel überziehen und einen Mundschutz tragen, dann wird er ins Zimmer gelassen. Besuchszeiten sind normalerweise nachmittags/abends. Wenn Ihr vorbeikommen wollt, meldet Euch bitte vorher bei mir.
Was sonst noch geschah:
Weil das Schlucken doch zunehmend unangenehm wird, läuft seit heute eine Morphin-Pumpe auf der niedrigsten Stufe.