Selbstheilung

Noch bevor gestern nachmittag ein Antibiotikum verabreicht werden konnte, war die Temperatur auf 37.5 gesunken. Also wohl viel Aufregung um hoffentlich nichts. Solange in den nächsten Stunden keine neuen Hiobsbotschaften auftauchen, hoffe ich, dass ich heute entlassen werden kann.

Das ist umso dringender, weil ich mir gestern das Ladekabel fürs Tablet umgeknickt habe, und nicht weiß, wie oft ich das Tablet mit dem angeknacksten Kabel noch aufladen kann …

Nachtrag

Leider war der Tag doch noch nicht abgeschlossen: es wurde noch ein Ultraschall vom Bauchraum gemacht, da erwarte ich keine großen neuen Erkenntnisse. Die routinemäßige Temperaturmessung hat dann allerdings bedenkliche Werte geliefert (erst 38,3, dann 38,5), die meinen Aufenthalt wieder um ein paar Tage verlängern könnten. Zur Diagnose gab’s noch heute nachmittag ein Thorax-Roentgen, jetzt im Anschluss erhalte ich hier zur Behandlung ein Antibiotikum.

Knochenmarkspunktion

Heute morgen hat diese unter lokaler Betäubung stattgefunden (Missverständnis meinerseits, war aber auszuhalten). Danach lag ich noch eine Stunde mit der betroffenen Stelle auf einem schönen, schweren Sandsack – jetzt heißt es wieder einmal auf Ergebnisse warten. Zeitdauer ungewiss …

Kleine Fortschritte

die Entfernung der Nasentamponade (endlich!) hat nicht zum von  mir befürchteten „Blutbad“ geführt, sondern ging ganz unblutig vonstatten.

Morgen soll es noch einmal frische Thrombozyten geben, danach ist eine Knochenmarkspunktion geplant, um evtl die Ursache für die plötzliche Verschlechterung zu finden.

Nachholbedarf

Ich habe schon länger hier nicht mehr berichtet, das lag aber leider nicht daran, dass alles problemlos gelaufen ist. Am Montag hatte ich normalen Nachsorgetermin, mit Thrombozytentransfusion. Am Dienstag war die Welt auch noch in Ordnung, am Donnerstag hatte ich dann heftiges Nasenbluten. Am Freitag hat mir meine Ärztin empfohlen, mich per Krankentransport zur Notfallaufnahme fahren zu lassen. Nachdem ich mit 2 Beuteln roter und einem weiteren Thrombozyten-Paket versorgt war, durfte ich mich bis Samstag ausruhen. Am Samstag in der Früh war wieder alles blutig, und ich musste auf den HNO warten, der mir die Nase für’s Wochende stopfte (wie das heißt, kann ich leider nicht sagen – angnehm war’s nicht.

image

Inzwischen wurde ich auf eine andere Station verlegt, habe gestern auch nochmal Thrombozyten erhalten, und wenn morgen beim HNO alles gutgeht, sollte ich wieder entlassen werden.

Thrombozyten, Fragmentozyten

Heute gab es jetzt doch Nachschub für die Thrombozyten. Vorher wurden noch ein paar Venen zerstochen, dann hieß es warten auf die Thrombos. Insgesamt war ich von 9:30 bis 15:00 in der Tagesklinik.

Beim Blutbild wurde außerdem eine erhöhte Anzahl Fragmentozyten festgestellt, das sind Trümmerteile von roten Blutkörperchen. Zur Kontrolle darf ich morgen jetzt erneut antreten …

Weitere Nachrichten (die nichts mit Morbus Hodgkin zu tun haben):

– ein Aushang informiert uns, dass nächste Woche im Haus an der Kanalisation gearbeitet wird, und wir deswegen dann möglichst wenig Wasser verbrauchen sollen. Für Schäden in Kellerräumen kommt die ausführende Firma aber angeblich nicht auf – toll.

– zu guter Letzt hat der Fernseher seine ganze Senderliste „vergessen“. Man hat ja sonst nichts zu tun.

Blutbildkontrolle

Heute war mal wieder Kontrolltermin angesagt.

Zuerst wurde für morgen ein Thrombozytenpäckchen bestellt, und für Freitag eine 5. Rituximab-Gabe vereinbart (für Insider oder Googler: wegen transplantationsbedingter Mikroangiopathie).

Als ich jedoch wieder zu Hause angekommen war, wurde ich angerufen, dass der morgige Thrombozytentermin doch entfallen kann. Offensichtlich haben sie bei der Nachzählung noch ein paar Thrombozyten gefunden ;-).

Ansonsten herrscht immer noch allgemeine Zufriedenheit, was meine Blutwerte angeht. Nächste Kontrolle am kommenden Dienstag …

Mal was Neues

Heute morgen hatte ich zur Abwechslung mal relativ heftiges Nasenbluten, was mir schon lange nicht mehr passiert ist. Vielleicht habe ich mich gestern auch ein bisschen übernommen, da ich beim Aufbau unseres offenen Schachturniers mitgeholfen habe.

Bei der Blutbildkontrolle am letzten Donnerstag waren die Thrombozyten zwar niedrig, aber nicht so weit runter, dass eine Transfusion nötig gewesen wäre. Stattdessen wurde eine erneute Kontrolle für nächsten Dienstag vereinbart. Ansonsten war die Ärztin mit meinen Werten und mit meinem Allgemeinzustand zufrieden.

Seit Mitte der Woche komme ich auch wieder in den Genuss der Lymphdrainagen – die vor allem für das linke Bein notwendig sind.

Wie geht’s weiter?

Vor allem heißt es derzeit Abwarten, ob es irgendwann vielleicht doch noch zu Abwehrreaktionen zwischen alten und neuen Zellen kommen sollte – wofür es bisher keinerlei Anzeichen gibt (Fieber, Durchfall, Hautausschlag, …: die sogenannte Graft-versus-Host-Disease (GvHD)) und hoffentlich auch nicht geben wird. Solange dies so bleibt, läuft die langsame Reduzierung der Immunsuppression weiter, bis sie schließlich ganz abgesetzt wird.

Ich denke, dass ich in ein paar Wochen auch so weit sein werde, den Antrag für eine Reha/AHB zu stellen. Derzeit ist das noch nicht sinnvoll, da ich das meiste dort noch nicht mitmachen könnte (z.B. Schwimmbad) und keine Lust auf die Sitzgymnastik-Gruppe habe.

Heute habe ich mein neues Immunsystem mal kurz auf die Probe gestellt. Ich bin auf Pflaster gestolpert und habe mir Hose und Knie leicht aufgerissen. Da das Ganze direkt vor einem Krankenhaus passiert ist, habe ich mir die nur oberflächliche Schürfwunde gleich dort säubern und verkleben lassen. Unklar ist allerdings noch bis morgen, ob eine Tetanus-Impfung jetzt sinnvoll/notwendig ist, da durch die Stammzellentransplantation mein erworbener Impfschutz ja auch dahin ist und erst später wieder neu aufgebaut werden sollte.