Schach im Grünen

Heute war ich als Turnierleiter zu einem in zweierlei Hinsicht ganz besonderen Schachturnier eingeladen.

  • Der „Spielsaal“ war eine Insel zwischen Isar und Isarkanal. Die ersten 2 Runden mussten zwar noch in der etwas engen Hütte gespielt werden, dann hatte das Wetter jedoch ein Nachsehen mit uns und wir konnten Tische und Bänke ins Grüne bringen. Das Nachmittagsgewitter kam dann erst, als wir schon wieder weg waren.
  • Die zweite Besonderheit war das Teilnehmerfeld, das sich aus Kindern der SG Schwabing München Nord und aus Behinderten der Stiftung Pfennigparade zusammensetzte. Dank vieler Helfer lief alles wunderbar ab und die Begeisterung war auf allen Seiten groß.

Zudem sorgte der „Hüttenwirt“ der Pfennigparade noch für eine gute Verpflegung (auf dem Menü standen Kartoffelsuppe mit Wurst und nachmittags Grillfleisch). Abgerundet wurde das noch durch mitgebrachte Kuchen.

Die in Schachkreisen bekannten Großmeister Helmut Pfleger und Hajo Hecht, die als Ehrengäste anwesend waren, lieferten sich zum Abschluss ein Tandemduell mit 2 Schachkindern: auf jeder Seite des Schachbretts saßen jeweils ein Großmeister und ein Kind, und es wurde abwechselnd von den 4 Spielern gezogen.

Gruß an meine Drainerin

Ihr habt richtig gelesen, das ist kein Tippfehler. Ich bin zufällig beim Einkaufen meiner langjährigen Physiotherapeutin über den Weg gelaufen, bei der ich regelmäßig zur Lymphdrainage gegangen bin.

Ungefähr zur Halbzeit der ersten Chemotherapie, im Juni 2012, war plötzlich mein linker Fuß und Unterschenkel stark angeschwollen. Die Folge war eine Reihe von Untersuchungen, zuerst auf Thrombose (interessant war die Ultraschall-Venenuntersuchung mit akustischer Live-Übertragung des Blutrauschens), dann beim Orthopäden und Radiologen, der Roentgen und MRT angeordnet hat. Schließlich bin ich mit der Diagnose Lymphödem von August 2012 bis Dezember 2015 Stammgast in der Physiotherapie geworden, wo anfangs mehrmals in der Woche, dann noch einmal in der Woche während jeweils 45 Minuten manuelle Lymphdrainage (MLD) gemacht worden ist. Unterbrechungen bei diesen regelmäßigen Terminen gab es nur für Kurzurlaube und Klinik- und Reha-Aufenthalte. Nach den ersten Besserungen bekam ich dann einen Stützstrumpf angepasst, der ziemlich lästig war, weil mein Bein nicht immer gleich viel geschwollen war. So ist er dann mal gerutscht, mal hat er ziemlich gedrückt. Besonders unangenehm war es im Sommer bei Hitze. Noch schlimmer war allerdings die Bandagierung, die in der Physiotherapie der ersten Reha gemacht worden ist – die war so dick, dass ich keine Schuhe drüber ziehen konnte und somit Hausarrest hatte.

Die meisten der Lymphdrainagen hatte ich bei Ulrike B., die sich hier auch schon mal in einem Kommentar zu Wort gemeldet hat. Die 45 Minuten vergingen immer wie im Flug, da wir uns über alles Mögliche unterhalten haben, von Gesellschaftsspielen über Filme zu Reiseerfahrungen, Familie, Freizeitgestaltung oder das aktuelle Weltgeschehen. Sie hat zwar vor dem Ende meiner MLD-Reihen den Arbeitsplatz gewechselt, so dass ich dann von einer Kollegin weiterbetreut wurde, aber sie hat wohl so gute Vorarbeit geleistet, dass ich seit Dezember 2015 ohne Lymphdrainagen auskomme. Der linke Fuß ist zwar immer noch etwas dicker als der rechte, deshalb muss ich beim Schuhkauf nicht nur auf die passende Größe achten, sondern auch nach besonders weiten Schuhen fragen. Seit mittlerweile anderthalb Jahren komme ich sehr gut ohne Lymphdrainagen über die Runden.

Also nochmals vielen Dank, liebe Ulrike B.,  für die vielen netten Plauderstündchen!

Magnus

magnus

By rorkhete, via Wikimedia Commons

Gestern Abend habe ich mir den Film Magnus (im deutschen Untertitel „der Mozart des Schachs“) angeschaut und war positiv überrascht. Es ist kein Spielfilm, der das Leben des aktuellen Weltmeisters Magnus Carlsen nacherzählt, sondern ein Dokumentarfilm, der dank vieler Familienaufnahmen den Werdegang vom 4jährigen Buben bis zum 23jährigen Weltmeister begleitet. Der Hintergrundkommentar dazu ist größtenteils vom Vater oder auch von Magnus selbst. Der Vater war bei der ganzen außergewöhnlichen Karriere seines Sohnes immer dabei, hat aber nicht wie andere (z.B. Tenniseltern) Drill und Zwang angewandt – selbst gegen den Rat großer Spieler wie Garri Kasparow, die meinten, ohne Disziplin und ernsthafte Arbeit würde das große Talent des damals 13jährigen vergeudet. Der Ehrgeiz des jungen Magnus ist auch ohne Druck der Eltern stark genug, wie seine Reaktionen auf verlorene Partien zeigen.

Interessant ist der Einblick in die Denkweise eines Großmeisters, wobei keine Eröffnungsvarianten oder taktische Finessen gezeigt werden. Den Film kann man sich ganz gut auch ohne Schachkenntnisse anschauen. Am meisten beeindruckt hat mich eine Antwort auf die Frage des Interviewers, ob er auch jetzt, während des Interviews, an Schach denke: „Ja natürlich“. Er scheint wie ein Multitasking-Computer immer einen Hintergrundjob im Kopf laufen zu haben, der Schachstellungen bewertet. Das unterscheidet ihn wohl von normalsterblichen Patzern wie unsereins.

Andererseits kann er aber auch, vor allem im Kreis seiner Eltern und Schwestern, entspannen, z.B. am Ruhetag der Weltmeisterschaft mit albernen Kinderliedern und Donald-Duck-Geschichten. Ausgespart wird vom Film allerdings sein sozialer Umgang mit anderen Spitzenspielern, der nicht besonders herzlich und kollegial sein soll.

Der Film wird wohl kaum zum großen Kinoerfolg werden. Wer ihn sehen will, muss sich wohl die DVD ausleihen oder kaufen. Auf jeden Fall sehenswert, nicht nur für Schachspieler.

Links zum Film: IMDB, amazon.de

Was Twitter alles von mir weiß

Es heißt ja immer, dass Twitter, Facebook & Co so ziemlich alles über ihre Nutzer wissen. Deshalb war ich schon neugierig, als mir nach dem letzten Update der Twitter-App vorgeschlagen wurde, mir die über mich gesammelten Daten anzuzeigen und zuzuschicken.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, wie vielfältig meine Interessensgebiete sind (z.B. Indie spotlight, Metal, NBA basketball, Pop, Rock, u.v.a.m.).

Noch mehr habe ich mich aber über meine Sprachkenntnisse gewundert. Dort waren in dieser Reihenfolge aufgeführt: English (US), Norwegian, French, Basque, German. Ich muss wohl so fließend norwegisch und baskisch lesen, dass mir nicht mal auffällt, wenn mir Tweets in diesen Sprachen unterkommen oder herausrutschen. Wahrscheinlich habe ich ein früheres Leben im norwegischen Baskenland verbracht.

Wer sich ebenfalls bei Twitter über seine Fähigkeiten und Interessen informieren will, findet die gespeicherten Daten in der Webansicht (in der App habe ich sie nicht wiederfinden können) unter ‚Settings‘ und dann ziemlich weit unten ‚Your Twitter data‘.

flagge-baskenland + norwegen ergibt übrigens die Flagge meines früheren Heimatlandes:

Norvegiako Euskal Herriko bandera
flagget til norsk Baskerland

norbask

Nichts Neues

In den letzten anderthalb Monaten ist nichts Berichtenswertes passiert, und so habe ich auch nichts berichtet. Da ich jedoch in letzter Zeit schon mehrmals darauf angesprochen worden bin, dass ich meinen Blog nicht mehr weiterschreibe, habe ich mich nun entschlossen, etwas zu schreiben, obwohl es eigentlich immer noch nichts zu schreiben gibt.

Gesundheit:

Den Winter habe ich ganz gut überstanden, aber im April haben mich die kalten und nassen Tage doch noch erwischt und mir eine kleine Erkältung beschert, an deren Folgen ich noch etwas leide (Resthusten und Restschnupfen). Diese hat auch meinen Fitness-Anlauf etwas ausgebremst, und so liegen meine neulich angeschafften Kurzhanteln und mein Gymnastikball derzeit ungenutzt herum. Ich will sie aber in den nächsten Tagen wieder in Betrieb nehmen. Da ich eine Rückkehr der sehr unangenehmen Gürtelrose befürchte (an manchen Stellen bilden sich immer wieder mal Rötungen – ich vermute einen Zusammenhang mit Stress), habe ich mal für nächsten Monat einen Termin bei einer Hautärztin, auch zum Vorsorge-Hautscreening.

Politik:

Ich freue mich, dass die Franzosen nicht wie die Amerikaner und Briten auf den billigen Populismus hereingefallen sind (obwohl 35% für Le Pen und ihren Front National schon erschreckend genug sind) und hoffe, dass das auch bei den kommenden Wahlen so bleiben wird.

Arbeit und Freizeit:

Noch 396 Arbeitstage liegen vor mir, abzüglich Gleitzeittage und hoffentlich wenige Krankheitstage, unterbrochen durch ein paar Auszeiten: kleinere Urlaube für Schachturniere in Ditzingen, Kirchseeon, München und vielleicht Augsburg, und ein geplanter Israel-Urlaub im Oktober.

Mein Verfallsdatum als aktiver Angestellter

VerfallWie ich schon in einem früheren Beitrag berichtete, habe ich im November bei uns in der Firma die Altersteilzeit beantragt. Heute habe ich die Nachricht erhalten, dass ich zu den Auserwählten gehöre, denen tatsächlich ein solcher Vertrag angeboten wird. Sobald ich die Rentenauskunft von der Rentenversicherung erhalten und abgegeben habe, gibt es einen Beratungstermin bei den ‚Humanen Relationisten‘ mit anschließender Vertragsunterzeichnung.

Dann erhalte ich im April mein letztes volles Teilzeitgehalt, und von Mai 2017 bis einschließlich Februar 2021 ein etwas aufgestocktes halbes Gehalt – wofür ich bis Ende März 2019 weiter arbeiten werde und danach in die passive Phase eintreten werde. Zum offiziellen Rentner werde ich erst am 1. März 2021 (mit maximalen Abschlägen, da dies das frühestmögliche Eintrittsalter ist).

Ich bin wieder wer!

Seit letzter Woche habe ich nach fast 30 Jahren endlich wieder einen Personalausweis. Da bei uns die Gemeinden für die Ausstellung der Personalausweise zuständig waren und ich seit 1987 bei keiner Luxemburger Gemeinde mehr gemeldet war, konnte ich auch nirgends einen Personalausweis beantragen. Wenn ich mich offiziell irgendwo ausweisen musste, musste ich also immer den Reisepass mitnehmen.

Erst 2014 wurde es Auslandsluxemburgern ermöglicht, einen Personalausweis (im neuen Kreditkartenformat) zu beantragen, und im Dezember 2016 habe ich mir dann die Mühe gemacht, die nötigen Papiere zu besorgen. Jetzt halte ich das wertvolle Stück endlich in Händen:

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Geheimtipp?

Ich dachte, ich hätte heute morgen beim Veranstaltungsprogramm von http://www.muenchen.de/ einen Geheimtipp entdeckt. Um 11:00 Uhr sollte im Doppelkegel der BMW-Welt das 5. Konzert des Kontrabassisten-Wettbewerbs „Bass erstaunt“ starten, mit der Bassistin Linda Oh. Leider hatte sich das doch wohl rumgesprochen, denn um 10:40 staute sich das Publikum über die volle Länge der BMW-Welt.

Nachdem ein Angestellter mir verraten hatte, dass wohl nicht alle in der Schlange den Einlass schaffen würden, konnte ich mir zumindest einen der wenigen Stühle vor der großen Leinwand sichern, auf der das Konzert übertragen wurde. So war ich näher dran als die meisten im Saal.

Amtsübergabe

Am 19. Dezember 4. Februar haben die Delegierten aus allen US-Staaten Münchner Schachvereinen mich zum neuen Präsidenten meinen Nachfolger im Amt des Münchner Spielleiters gewählt, da ich nicht mehr zur Wahl angetreten bin. Bei der feierlichen Amtseinführung öffentlichen Verkündigung der Amtsübergabe waren Millionen begeisterter Anhänger gut hundert Teilnehmer der Münchner Einzelmeisterschaft anwesend.

Mein neues Motto lautet nun „America Chess First“ und „Make America Senior Chess Players Great Again“, da ich mit überwältigender Mehrheit ohne Gegenkandidaten zum US-Präsidenten Seniorenreferenten des Bezirks gewählt worden bin.

Natürlich wurde das Ereignis mit einem großen Galadinner gemütlichen Abendessen mit zahlreicher Prominenz  in Anwesenheit des neuen Münchner Meisters gewürdigt.

Comment from an unknown reader in Washington DC: „Whoever made these corrections in the above text has produced FAKE NEWS! So sad, a disaster …“

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