D+25: weiter aufwärts

Auch heute bin ich ohne weitere unterstützenden Medikamente oder Transfusionen mit meinen Werten im akzeptablen Bereich geblieben. Das selbständige Essen hat sich noch einmal leicht verbessert, obwohl ich immer noch keine komplette Mittagsportion geschafft habe. Immerhin habe ich zum Frühstück einen halben Sonntagshefezopf vertilgen können.

Dafür gab’s relativ deutliche Trainingsfortschritte sowohl auf dem Hometrainer (15 Minuten am Stück) als auch am Lungen-Coach, wo ich immer öfter wieder die 2l-Marke erreiche.

Meinen Blähbauch bin ich noch nicht los – vielleicht sollte man doch demnächst mal einen Schwangerschaftstest durchführen 😉 .

D+24: Besserung

Heute kann ich mal wieder ein paar gute Nachrichten verkünden.

– Trotz Cortison hat’s mit dem Schlaf ganz gut geklappt.

– Beim Mittagessen habe ich ein paar Bissen mehr geschafft als sonst, und das ohne Magenrebellion. Zum Abendessen konnte ich sogar eine ganze Portion Karottensuppe essen.

– Die Kondition auf dem Hometrainer wird auch besser. Es reicht noch nicht für die Tour de France, trotz gelegentlichem Blutdopings, aber 10 Minuten sind auch schon nicht schlecht.

– Meine Werte waren ebenfalls alle im gelbgrünen Bereich, sodass heute keine Transfusionen oder zusätzlichen Medikamente nötig waren.

D+23: einige Neuerungen

Heute wurde einiges umgestellt:

– Ich bekomme wieder zusätzlich intravenöse Ernährung.

– Es gab eine Portion Cortison, so dass ich wahrscheinlich heute nacht etwas weniger gut schlafen werde.

– Ich habe zwei Päckchen Blutplasma erhalten. Diese sollen die Gefäßinnenwände glätten und die Bildung (oder das Überleben) der Thrombozyten und Erythrozyten begünstigen.

– Schließlich gibt es noch ein Medikament gegen meinen aufgeblähten Bauch.

D+22: Muskelabbau

Es ist unwahrscheinlich, wie schnell man bei so einem Krankenhausaufenthalt Kräfte abbaut. Nach der kleinsten Anstrengung muss ich mich zum Ausruhen hinsetzen oder -legen. So langsam versteh ich, wie sich 80-jährige fühlen.

Ansonsten nichts Neues, außer dass jetzt wenigstens der Durchfall unter Kontrolle ist.

D+21: 5. Woche angebrochen

Jetzt bin ich genau seit 4 Wochen hier, und ich warte immer noch auf das Abklingen einiger lästiger Begleiterscheinungen.

– Schleimhäute werden langsam besser
– Schlaf war letzte Nacht auch akzeptabel
– Appetit ist noch nicht angesprungen
– 2l täglich trinken fällt mir auch noch schwer.

Immerhin ist bei der Neuverkabelung heute ein Doppelschlauch weggefallen, so dass die lange Leine zwar nicht länger, aber etwas dünner geworden ist.

D+20: Ausflug, Essen

Heute durfte ich meinen zweiten Ausflug an die frische Luft machen. Ich habe es zwar ein paar Meter weiter geschafft als gestern, es war aber immer noch anstrengend, vor allem wegen der doch einengenden Mundschutzmaske.

Mittlerweile laufen schon ein paar Medikamente weniger über den Katheter ein. Vor allem aber gibt es keine intravenöse Ernährung mehr, so dass der Hunger mich zum normalen Essen anspornen soll. Bei dem angebotenen Speiseplan fällt das aber auch nicht immer leicht.

D+19: Strenge Isolation aufgehoben

Heute waren die Leukozyten bei über 2, während die Thrombozyten nochmal aufgefüllt werden mussten.

Das Wichtigste ist jedoch: die strenge Isolation ist jetzt aufgehoben,d.h.
– die grünen Kittel für Personal und Besucher sind abgeschafft, es reicht ein Mundschutz,
– ich darf mein Zimmer für kleine Ausflüge innerhalb des Klinikgeländes verlassen, allerdings muss ich mich dafür vorher und nachher komplett umziehen und einen speziellen Mundschutz tragen. Hier zum Beweis ein Foto eines Innenhofes:

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Allerdings habe ich dabei gemerkt, wie schnell man ermüdet. Ich bin also jetzt zusätzlich motiviert für die Physiotherapie.

D+18: 2 Wiederaufnahmen

Heute gab es gleich 2 „Premieren“:

– Nach 2 Wochen Essen aus der Tüte (intravenös) habe ich heute erstmals wieder einen Yoghurt auf normalem Weg zu mir genommen.

– Nach mehr als 2 Wochen Pause habe ich auch mal wieder mein Ergometer hier im Zimmer benutzt. Obwohl ich das ziemlich gemütlich angegangen bin, habe ich doch nicht lange durchgehalten. Muss ich wohl öfter machen…

Morgen entscheidet sich mit dem Differentialblutbild, ob ich vielleicht schon mal ab und zu das Zimmer und die Station verlassen darf – natürlich noch mit Schutzmaske.

D+17: Leukozyten über dem ersten wichtigen Grenzwert

Gestern abend habe ich eine Neupogenspritze bekommen, und diese erste Spritze hat voll reingeschlagen. Innerhalb einer Nacht sind die Leukozyten von 0,26 auf 1,05 gesprungen – und dies sogar ohne die erwarteten Knochenschmerzen, die hat das bisschen Morphin wohl abgeblockt. Nach Brentuximab ist Neupogen mein zweites Lieblingsmedikament.

Jetzt bleibt noch abzuwarten, ob der Thrombozytenanteil auch ohne weitere Transfusionen ansteigen kann.

Wenn ich mich dann noch dazu entschließen kann, normal zu essen, rückt meine Entlassung langsam in greifbare Nähe.

D+16: Neupogen

Da die Ärztinnen überzeugt sind, dass meine verbliebenen Probleme sich rasch bessern werden, sobald ausreichend weiße Blutkörperchen sich in meinem Blut tummeln werden, gibt es ab heute chemische Unterstützung in Form einer täglichen Neupogen-Spritze. Ich bin mal gespannt, wie schnell das unter den aktuellen Umständen wirkt. Ich kenn’s ja schon von meiner eigenen Stammzellensammlung im letzten Jahr, dabei haben die Leukozyten sehr schnell ungeahnte Höhen erreicht. Als Nebenwirkung verursacht es heftige Knochenschmerzen, aber dagegen gibt es ja Morphin …